Die Sitzmeditation 

Atem – Körper – Geist – Gefühle

 

Die einfachste Form der Meditation besteht darin, sich auf den Atem und auf den Körper zu konzentrieren. Das Gute ist, dass wir diese beiden wichtigsten Instrumente für eine gelungene Meditation immer dabei haben und dass wir sie direkt spüren können. Das macht die Konzentration auf Atem und Körper einfacher.

 

Etwas schwieriger wird es, wenn wir die Gedanken zum Gegenstand unserer Meditation machen. Der Geist denkt. Es liegt in der Natur unseres Geistes, unaufhörlich zu denken. Fälschlicherweise wird Meditation oft als ein Weg gesehen, dieses Denken auszuschalten. Das ist nicht möglich! Wie eine Biene von Blume zu Blume fliegt, so fliegt unser Geist von Gedanken zu Gedanken, verweilt eine Zeitlang, und fliegt weiter. Das Schöne ist aber, dass wir die Reaktion auf unser Denken beeinflussen und dadurch einen unruhigen Geist zur Ruhe bringen können. Wenn wir den Geist zum Inhalt unserer Meditation machen, können wir bemerken, dass der Geist denkt und was er denkt, und dann können wir ihn unterbrechen, ihn auf den Atem oder auf den Körper zurücklenken und so zur Ruhe bringen. Wir sind dem wandernden Geist nicht hilflos ausgeliefert. Durch die formale Praxis der Meditation lernen wir, auch im Alltag zu erkennen, wenn sich der Geist in Endlosschleifen aus unheilsamen Gedanken und Sorgen verliert und wir können ihn bewusst unterbrechen.

 

Sehr ähnlich lässt sich diese Methode des achtsamen Erkennens auch auf die Gefühle und Stimmungen anwenden. Auch sie können wir nicht kontrollieren, aber auch sie können wir zum Gegenstand unserer Meditation machen. Trauer, Wut, Freude oder Glück kommen und gehen. Wir können die Gefühle nicht abschalten, aber wir können sie erkennen, eventuell auch benennen, und sie dann einfach sein lassen und uns wieder auf den Körper und den Atem konzentrieren.

 

Wenn wir den Atem, den Körper, den Geist und die Gefühle zu einer Einheit verbinden, so entsteht daraus ein Quell der Ruhe und des Sich-Aufgehoben-Fühlens.

 

Die volle Wirkung der Meditation entfaltet sich über die Zeit, durch die Erfahrung. Dies braucht auch Geduld. Das Schöne ist, dass die Praxis selbst nicht mühsam ist, sondern sehr erfüllend sein kann. Und diese Erfüllung wird immer größer und klarer. Dies ist der Weg, ein Ziel gibt es nicht.

 

Viel Freude mit der Sitzmeditation!